Am Sonntag ist es so weit – die Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen finden statt. Vor der Wahl werben die kandidierenden Parteien und SpitenkandidatInnen noch mal richtig um die Gunst der Wähler – und das auch mit dem einen oder anderen Unterhaltungsversuch.
Während uns die ÖVP verspricht, dass schwarz geil macht (www.schwarzmachtgeil.at) versucht HC Strache mit seiner Comicfigur „HC Man“ Kinder mit „Würstel“ zu bestechen (HC-Man: „Wannst dem Mustafa ane aufbrennst, kriagst a Hasse spendiert”). Unter anderem präsentierte er seinen neuen Rap „HC goes Wiener Blut“ letzte Woche im Praterdome.
Rap? Was gibt’s Einfacheres?” Denken sich anscheinend die Stimmenwerber dieser Tage und wollen den Fame der Sugarhill Gang und Grandmaster Flash. Neben HC Man und Co. gibt es aber schon länger einen Fanrap für VDB aka Alexander Van der Bellen: Hier ein Video aus dem Jahr 2008, das sich sehen lässt. Wer macht jetzt wen nach?
Super-Fi setzt unentgeltlich die Atheist Bus Campaign für Wien um.
„There is probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.“ Mit dieser Meldung auf Londoner Bussen begann eine atheistische Initiative unterstützt von Richard Dawkins im Jänner 2009 eine Diskussion um die Rolle von Religion in der Öffentlichkeit. Die Kampagne verbreitete sich schnell in andere Länder und rollt auch nun in Österreich aus.
„Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Werte sind menschlich – auf uns kommt es an“
Super-Fi startet nun gemeinsam mit AG-ATHE (AtheistInnen und AgnostikerInnen für ein säkulares Österreich), AHA (Allianz für Humanismus und Atheismus) und dem Freidenkerbund ein Werbependant in Wien. Hierzulande sind seit 1. Juni Fahrgäste der Buslinien 13A und 14A mit der Botschaft „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Werte sind menschlich – auf uns kommt es an“ konfrontiert. Die Kampagne soll zum Nachdenken über den zu hohen Stellenwert von Religion im öffentlichen Leben anregen. Nach den Holzkreuz-Eskapaden HC Straches und der religiös motivierten Gewalt-Eskalation der Sikhs scheint der Zeitpunkt passend und überfällig zugleich.
In Deutschland und Italien haben die Verkehrsbetriebe mehrerer Städte die Sujets aus Angst vor öffentlichem Protest abgelehnt. “Dass es in Wien besser läuft, ist doch ein Zeichen, dass zumindest in Österreich der Umgang und die Diskussion mit dem Thema entspannter und sachlicher stattfinden könnte,” meint Niko Alm, Geschäftsführer von Super-Fi zur Kampagne.
Super-Fi wickelt die Werbeaktion mit vorerst 3 Bussen der Wiener Linien unentgeltlich ab. Um weitere Öffentliche Verkehrsmittel auch in anderen Städten mit den Sujets ausstatten zu können, wird ein Spendenkonto eingerichtet. Eine kontroverse Diskussion wird mit Freude erwartet.