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Yes, we can!

17.07.2008
alm
Niko Alm

Falter im Wahlwerbeschock

Presse, Super-Fi Projekte, Theorie & Praxis



Ein Leserbrief zum Vorwort Armin Thurnhers “Grüne im Erdölschock” im Falter Nr. 29/08


Lieber Herr Thurnher,


vielen Dank für Ihre wertvollen Wahlkampftipps, aber da haben sich ein paar Fehler in die Recherche bzw. Beweisführung eingeschlichen:
Ich beginne mit einem Coming-Out als beleidigte Leberwurst. Sie prognostizieren eine grüne Kampagne, “die den Funktionären recht ist, von einer Agentur, die so erfrischend neu ist, dass sie noch nie was Einschlägiges gemacht hat.”
Einmal abgesehen davon, dass die Kampagne wohl zum Teil von einer Agentur beeinflußt ist, aber zumindest bei den Grünen auch mit den politischen AkteuerInnen und seit diesem Wahlkampf auch unter Einbeziehung der WählerInnen, gestaltet (siehe Chorherrs Blogstorm) wird, haben Sie scheinbar nicht recherchiert, wer denn diese Agentur ist. Super-Fi heißt die Bude, die seit 2004 in der politischen Außenkommunikation für Die Grünen tätig ist und schon 2006 mitgeholfen hat, der Partei den größten Zuwachs (in Prozent und absoluten Stimmen) zu bescheren. Daher verstehe ich den Appell “Bitte diesmal nicht” leider gar nicht. Es kann vielleicht sogar sein, dass das zu “einschlägig” ist, aber Die Grünen haben ja auch nicht den Todesmut einer SPÖ, sich einem kompletten Polit-Rookie wie Herrn Demner an den Hals zu werfen, der laut eigener Aussage noch nie für eine Partei gearbeitet hat.
Zu Ihrem eigentlichen Tipp, Die Grünen sollen mittels Angstmache durch bzw. Hinweis auf die negativen Folgen einer versäumten Energiewende kampagnisieren, kann ich Ihnen versichern, dass dieses Thema seit langer Zeit sehr aktiv kommuniziert wird. Haben Sie nicht zugehört oder interessieren Sie sich, wie viele andere auch, mehr für den Streit der Regierungsrabauken? Für eine Kamapagne, die mit einem ganz anderen, übrigens offen gelegten, Budget als jenem, übrigens nicht offen gelegten, der Streitparteien auskommen muss, ist das aber mit Sicherheit zuwenig. Im übrigen bin ich der Meinung, dass Ihre gedrechselte Verschraubung aus Polemik und konstruktiver Kritik für die LeserInnen sehr schwer verständlich ist und sogar widersprüchlich interpretiert werden kann.


Gruß aus dem 4. Hieb.
Niko Alm


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